Über leise Übergänge, innere Autorität und das Zurückkehren zu dir
Es gibt Phasen im Leben, in denen wir nichts Neues beginnen wollen, keine Ziele definieren, keine Vorsätze formulieren, keine nächste Version von uns erschaffen … weil etwas in uns leise nach Rückverbindung ruft.
In solchen Momenten geht es um Erinnerung und das Zurückholen von innerer Sicherheit, Selbstkontakt und Vertrauen.
Viele Frauen, die mich finden, sind nicht auf der Suche nach mehr. Sie sind müde vom Funktionieren. Von der ständigen inneren Bereitschaft, Erwartungen zu erfüllen, Harmonie zu wahren und sich selbst dabei zurückzustellen.
Was sie vermissen, ist innere Autorität als spürbaren Zustand:
Ich stehe zu mir. Auch dann, wenn es unbequem wird.
Dieser Text ist eine Einladung, genau dort hinzuspüren. Nicht analytisch oder wertend, sondern ehrlich.
Manchmal sind es keine großen Krisen, die etwas in uns verändern. Keine lauten Brüche, keine dramatischen Wendepunkte. Manchmal ist es ein stiller Moment. Ein Übergang. Ein inneres Abschiednehmen von etwas, das wir lange getragen haben.
Diese Woche ist mein älterer Sohn 18 geworden. Und mit diesem Datum hat sich etwas in mir leise verschoben. Es fühlte sich an wie Liebeskummer, eine Welle von Emotionen, tränenreich, tief. Die Erkenntnis, dass ich ihm nicht alles geben konnte, was ich mir einmal vorgenommen hatte, zumindest nicht in dem Ausmaß, wie ich es gerne gehabt hätte.
Und gleichzeitig wurde mir etwas sehr Wesentliches klar. Ich habe mein Bestes gegeben. Sicherheit, auch wenn ich nicht wusste, wie. Ermutigende Worte, auch wenn er an sich zweifelte. Begleitung, wo Verständnis wichtiger war, als Recht zu haben.
Das Wertvollste war nie Perfektion. Es war meine Liebe, bedingungslos.
Diese Erkenntnis geht über meine Mutterschaft hinaus in mein Leben, meine Arbeit und in meine Beziehungen. Und vielleicht – wenn du diesen Text liest – auch zu dir.
Wir leben in einer Welt, in der Wert oft an Bedingungen geknüpft ist.
An Leistung, Anpassung, Verlässlichkeit und an das Gefühl, gebraucht zu werden.
Viele von uns haben früh gelernt, dass Harmonie Sicherheit bedeutet.
Dass Dazugehören wichtiger ist als Authentizität.
Dass es klüger ist, sich anzupassen, als anzuecken.
Und so werden wir gut darin. Sehr gut sogar.
Wir denken mit. Wir spüren, was andere brauchen. Wir vermeiden Konflikte.
Wir übernehmen Verantwortung … oft mehr, als uns in Wirklichkeit zusteht.
Das Problem ist nicht die Fähigkeit an sich. People Pleasing ist kein Charakterfehler. Es ist oft eine Überlebensstrategie. Eine intelligente Antwort auf frühere Erfahrungen. Doch was uns einmal Halt gegeben hat, kann uns später den Selbstkontakt kosten. Denn irgendwann merken wir:
Wir funktionieren – doch wir fühlen uns leer.
Wir sind verlässlich – doch innerlich müde.
Wir sind angepasst – doch nicht mehr wirklich verbunden.
Innere Autorität entsteht nicht aus Durchsetzungskraft, Lautstärke oder aus Kontrolle. Sie wächst dort, wo wir beginnen, uns selbst wieder ernst zu nehmen. Dort, wo wir aufhören, uns Bedingungen zu stellen.
Wo wir nicht mehr fragen: Bin ich genug?
Sondern: Bin ich ehrlich mit mir?
Innere Autorität ist ein innerer Zustand. Sie zeigt sich darin, wie wir Entscheidungen treffen. Wie wir Grenzen spüren, noch bevor wir sie aussprechen. Wie wir mit uns selbst umgehen, wenn wir Erwartungen enttäuschen, die eigenen oder die der anderen.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du willst nicht mehr besser werden.
Du willst echter werden, klarer, stimmiger. Um wieder bei dir anzukommen.
Wenn du magst, lade ich dich zu einer kleinen Reflexion ein:
Nimm dir einen Moment. Atme ein paar Mal tief ein und aus und spür hin:
Wo versuchst du gerade, noch wertvoller zu sein,
statt dir zu erlauben, dass du bereits vollkommen bist?
Es gibt keine richtige Antwort. Nur eine ehrliche. Jede ist willkommen.
Und noch ein kleiner, praktischer Impuls für deinen Alltag:
Bevor du das nächste Mal automatisch zustimmst, dich erklärst oder anpasst, halte kurz inne. Frag dich nicht, was erwartet wird, sondern:
Was fühlt sich für mich gerade wahr an?
Diese eine Pause verändert mehr, als jede perfekte Entscheidung.
Ich schreibe diesen Text nicht, um dir etwas beizubringen. Stattdessen möchte ich dich erinnern: Du musst nichts beweisen, um wertvoll zu sein.
Du bist es bereits.
Und wenn du magst, lade ich dich ein, deine Perspektive zu teilen.
Ich sammle aktuell Stimmen zu People-Pleasing, innerer Autorität und emotionaler Souveränität. Als Grundlage für einen kostenlosen Raum, der genau diese leisen Übergänge würdigt. Den Link zur Umfrage findest du hier.
Danke, dass du dir Zeit nimmt, danke für deine Offenheit und danke dafür, dass du dich selbst nicht aus dem Blick verlierst.
Herzlich,
Isabella Anastasija
Hinterlasse einen Kommentar