Mehr (über mich) als du denkst!

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„Du bist bestimmt total extrovertiert!“
„Du warst Model, du musst doch selbstbewusst sein!“
„Du machst das alles sicher mit links …“

Klar – ich komme aus der Welt der Wirkung. Ich habe gemodelt, moderiert, PR gemacht, war auf Events präsent und lange Zeit perfekt gestylt in der Welt unterwegs. Aber was viele nicht sehen: Ich habe sehr lange gebraucht, um wirklich ich selbst zu werden. Ohne Rolle. Ohne Funktion. Was von außen stark und souverän wirkte, war oft nur ein gut trainiertes Schutzschild.

Wenn du mich auf Social Media siehst oder auf meiner Website landest, könnte es sein, dass du ein Bild bekommst: selbstbewusst, vielleicht sogar ein bisschen distanziert. Ich hab mich an solche Eindrücke gewöhnt. Sie begleiten mich schon mein Leben lang.

Früher – als Kind – wurde ich oft für arrogant gehalten. Ich war ruhig, sensibel, habe viel beobachtet und wenig gesagt. Das wurde schnell als abgehoben interpretiert. Ich war „die mit dem Blick“, „die Schöne, die es weiß“, „die Unnahbare“ – dabei wollte ich einfach nur dazugehören. Tatsächlich war ich alles andere als sicher. Vom Kindergarten bis zum Schulabschluss wurde ich gemobbt. Ich habe früh gelernt, dass mein Außen Eindruck macht und dass mein Innen dabei oft untergeht.

Auch später – in der Erwachsenenwelt – wurde ich oft in Schubladen gesteckt: Vamp. Diva. Verführerin. Dabei wünsche ich mir nichts mehr als echte Tiefe. Ich bin niemand, der das Spiel spielt. Ich bin niemand, der mit heißer Oberfläche spielt, wenn die Verbindung fehlt. Ich mag echte Gespräche. Ich mag Stille, die nicht unangenehm ist. Und ich mag Menschen, die mich hinter der Fassade sehen wollen – und dürfen.

Ich war nie die Lauteste im Raum – aber oft die, auf die alle geschaut haben. Nicht, weil ich das wollte. Sondern weil ich früh gelernt habe, wie man wirkt.
Wirkung war mein Schutzschild. Haltung mein Anker. Und doch war da immer dieses Gefühl: Ich bin mehr als das, was ihr seht.

Heute weiß ich, dass mein Weg genau deswegen so verlaufen musste. Weil ich gelernt habe, mich durch äußere Bilder zu definieren. Nur um irgendwann zu erkennen, dass meine wahre Stärke im Innen liegt. Ich habe Jahre gebraucht, um diese Oberfläche abzulegen. Und noch länger, um zu erkennen, dass meine Tiefe kein Makel ist, sondern mein Geschenk.

  • Ich liebe Worte, und kann trotzdem manchmal stundenlang keine finden.
  • Ich bin hochsensibel. Das war früher mein größter Kampf, heute ist es mein größtes Geschenk.
  • Ich war immer die Brave. Nett, angepasst. Bis ich gemerkt habe, dass ich mich selbst dabei verliere.
  • Ich glaube daran, dass unsere größten Ängste uns zu unserem größten Wachstum führen können.
  • Ich liebe Kaffee. Schwarz, stark – und manchmal sogar lieber kalt.
  • Ich habe eine Katze, obwohl ich eigentlich ein Hundemensch bin. Sie ist das Erbe einer verstorbenen Freundin.
  • Mein Nachname ist österreichisch, meine Wurzeln aber slavisch. Anastasija habe ich mir selbst geschenkt, nach meiner Konversion, als bewussten Abschied von meinem ursprünglichen Taufnamen. Inzwischen steht er für mein neues Ich.
  • Ich habe sechs Halbgeschwister, bin aber als Einzelkind aufgewachsen.
  • Ich bin ein spiritueller Mensch, mit einer tiefen Liebe für Rituale und Traditionen, die mich mit dem Leben, mit dem Göttlichen, mit meiner Familie und mit meinen Kindern verbinden.
  • Ich tanze leidenschaftlich gern – Latein und Tango Argentino. Und erinnere mich regelmäßig daran, dieses Feuer wieder öfter zu entfachen.
  • Ich liebe meine Morgen in Stille. Sobald meine beiden Jungs aus dem Haus sind, genieße ich es, mich in Ruhe auf den Tag einzustimmen.
  • Ich bin zwar kein Morgenmuffel, doch wirklich produktiv werde ich meist spät nachts bis früh morgens.

Es waren nicht die großen Ereignisse allein, die mich verändert haben, sondern die vielen kleinen Entscheidungen dazwischen. Ich habe gelernt, liebevoll Nein zu sagen, bevor ich wieder ausbrenne. Ich habe begonnen, meinem Bauchgefühl zu vertrauen – nicht nur leise zuzuhören, sondern tatsächlich zu handeln, wenn mein Inneres spricht.

Ich habe verstanden, dass ich nicht allem und jedem entsprechen muss. Dass ich mich nicht mit anderen messen muss, nur mit meinem eigenen Wachstum. Dass ich nicht perfekt sein muss, um berührend zu sein. Und dass mein Weg nicht leichter, aber echter wird, wenn ich mich mit Menschen umgebe, die meinen Spirit teilen.

  • verkörperte Sichtbarkeit.
  • ein neues Selbstverständnis von Erfolg – das sich nicht am Außen misst, sondern an innerer Stimmigkeit.
  • feine Tiefe statt lautem Marketing.
  • Frauen, die sich nicht länger klein machen wollen, sondern in ihre Präsenz wachsen.
  • den Mut, echt zu sein. Auch (und gerade dann), wenn es nicht perfekt ist.

Vielleicht erkennst du dich in manchen Zeilen wieder. Vielleicht spürst du auch dieses „Da geht mehr“ in dir. Dann freue ich mich, dass du hier bist. Denn du musst nicht erst perfekt sein, um sichtbar zu werden. Du darfst einfach du sein – und damit beginnen.

Welche Seite von dir wird viel zu selten gesehen?
Was würdest du gerne mit der Welt teilen, wenn niemand dreinspricht?

Erzähl es mir gern in den Kommentaren. Ich lese mit offenem Herzen – und vielleicht wird dein Impuls sogar Thema eines nächsten Beitrags.

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